Waldumbau skalieren: Maßnahmen für klimaresiliente Wälder

Der Waldumbau ist ein entscheidender Schritt, um Wälder für die Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen. Monokulturen bzw. Reinbestände, die in der Vergangenheit oft aus wirtschaftlichen Gründen angelegt wurden, zeigen sich heute als besonders anfällig für Stürme, Dürre, Schädlinge und Krankheiten. Alleine zwischen 2018 und 2021 wurden dadurch über 500.000 Hektar Wald in Deutschland geschädigt. Die Umgestaltung dieser instabilen Wälder in artenreiche Mischwälder ist essentiell, um die Widerstandskraft und die ökologische Funktionalität der Wälder langfristig zu sichern.

Warum ist Waldumbau notwendig?

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für unsere Wälder:

  • Trockenheit und Wetterextreme setzen heimischen Baumarten, wie der Fichte, zu, die einst als Brotbaum der Forstwirtschaft galt.
  • Biodiversitätsverlust schwächt das gesamte Ökosystem Wald, da wichtige Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren verloren gehen.
  • Schutzfunktionen des Waldes wie Wasserregulation, Bodenschutz und CO₂-Bindung sind gefährdet, wenn Wälder kollabieren.

Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, brauchen wir skalierbare Lösungen. So müssen Bäume gepflanzt oder gesät werden, die besser an Trockenheit, Hitze und Stürme angepasst sind, und gleichzeitig gilt es, die natürliche Regeneration der Wälder zu fördern. Nur so kann die wichtige CO2-Senke Wald langfristig erhalten werden und zum Klimaschutz beitragen.

Maßnahmen des Waldumbaus

Waldumbau ist ein langfristiges Unterfangen, in dem unterschiedliche Maßnahmen eingesetzt werden, um die Diversität des Waldes im Zielzustand zu erhöhen. Um neue Baumarten einzubringen, gibt es grundsätzlich drei unterschiedliche Möglichkeiten.

  1. Naturverjüngung fördern: Wälder besitzen die natürliche Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Besonders in naturnahen Wäldern kann die Verjüngung durch eine gezielte Steuerung des Lichteinfalls, eine angepasste Wilddichte, sowie Schutzmaßnahmen für junge Bäume gefördert und damit beschleunigt werden. 
  2. Pflanzung von Setzlingen: Wo die Naturverjüngung nicht ausreicht, etwa in geschädigten Monokulturen oder Kahlflächen, können vorgezogene Setzlinge zum Einsatz kommen. Diese Methode ermöglicht es, klimaresiliente Baumarten gezielt einzuführen. Beispiele sind Baumarten wie die Esskastanie, Douglasie oder die Flaumeiche, die besser mit wärmeren und trockeneren Bedingungen zurechtkommen.
  3. Direktsaat: Bei der Direktsaat werden Samen direkt auf die Waldfläche ausgebracht anstatt vorgezogene Setzlinge zu pflanzen. Nach dem Ausbringen keimen die Samen direkt vor Ort und sind so von Anfang an optimal an das Mikrohabitat vor Ort angepasst. Durch eine ungestörte Wurzelentwicklung werden die Bäume zusätzlich langfristig resilienter, als gepflanzte Bäume. Außerdem lassen sich mit geringeren Kosten und weniger Arbeitsaufwand größere Flächen erreichen.

Technologische Innovationen, wie die Pelletierung von Saatgut oder der Einsatz von Drohnen, können diese Ansätze effizienter und präziser gestalten. Ein Beispiel für einen technologische Innovation im Bereich des Waldumbaus ist das Berliner Start-up Skyseed, welches Direktsaat großflächig skalierbar macht.

Skyseed: Technologie und Ökologie für nachhaltige Wälder

Das Berliner Start-up Skyseed bringt das traditionelle Verfahren der Direktsaat in die moderne Zeit. Mithilfe von Drohnen und bodengebundenen Saatmaschinen wird speziell ummanteltes Saatgut großflächig und präzise verteilt. Die Samen werden in schützenden Pellets umhüllt, die Biostimulanzien und Schutzstoffe enthalten, um die Keimung zu verbessern und die Anfälligkeit gegenüber Umwelteinflüssen und Fraßfeinden zu reduzieren.

Drohne von Skyseed

Die Direktsaat liefert drei grundlegende Vorteile:

  • Skalierbarkeit: Große Flächen werden deutlich schneller und kostengünstiger  bearbeitet als bei Pflanzungen. So kann der immensen Herausforderung des Waldumbaus schneller begegnet werden.
  • Größere Diversität der Arten: Durch den gezielten Einsatz von Drohnen und bodengebundenen Saatmethoden können verschiedene Baum, aber auch Kraut- und Straucharten effizient und präzise ausgesät werden, wodurch die Vielfalt im Wald erhöht wird. 
  • Gesündere Wurzeln: Die pelletierten Samen schaffen optimale Bedingungen für die Keimung und unterstützen die Entwicklung starker und tiefreichender Wurzelsysteme. Gesunde Wurzeln verbessern die Verankerung im Boden und erhöhen die Wasser- und Nährstoffaufnahme, was besonders in Zeiten von Trockenheit langfristig entscheidend ist. 

Skyseed zeigt, wie innovative Ansätze traditionelle Methoden ergänzen können und so die Herausforderungen des Waldumbaus besser bewältigt werden.

Mit unserer Pelletierung verbessern wir die Keim- und Überlebenschancen der Saat auf der Fläche erheblich. Hiermit wollen wir der rasenden Geschwindigkeit und immensen Ausmaße der Waldschäden etwas entgegensetzen, aber dabei so nah an der Natur entlang entwickeln, wie irgend möglich.” - Ole Seidenberg, Mitgründer von Skyseed.

Projektflächen, die mit unserem Partner Skyseed bewirtschaftet werden, vereinen so naturnahe Methoden des Waldumbaus mit modernen Technologien, die helfen die Maßnahmen zu skalieren und zu optimieren. Dieser Ansatz trägt dazu bei, den Herausforderungen des Klimawandels besser zu begegnen.

Douglasie

Projekt Wendland: Beispiel für eine erfolgreiche Kombination von Maßnahmen

Das Waldumbauprojekt Wendland zielt darauf ab, einen Kiefernreinbestand von insgesamt 165 Hektar schrittweise in strukturreiche Mischbestände zu überführen. Durch Auflichtung der Altbestände, gezielte Pflanzung und Saat klimaresilienter Baumarten sowie Schutz der natürlichen Verjüngung werden neue, strukturreiche Baumschichten unter dem Schutz eines lichten Kiefernschirms etabliert.

Zu den neu eingeführten standortgerechten Baumarten gehören Roteiche, Sandbirke, Kastanie, Stieleiche, Linde, Douglasie und Küstentanne. Zum Teil werden diese mithilfe von Skyseed  per Direktsaat eingebracht. Einblicke in das Projekt gibt es in folgendem Video:

Einblicke ins Projekt Wendland

Fazit: Zukunftsfähige Wälder durch Vielfalt, Innovation und nachhaltige Finanzierung

Um stabile, klimaresiliente Wälder zu schaffen, ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen essenziell. Von der Naturverjüngung über die Pflanzung von Setzlingen bis hin zu skalierbaren Methoden wie Saat – jede Maßnahme hat ihren Platz. Besonders die Integration moderner Technologien, wie sie Skyseed bietet, zeigt, wie der Waldumbau nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger gestaltet werden kann.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg des Waldumbaus ist die Finanzierung. Hier spielen CO₂-Zertifikate eine zentrale Rolle. Diese Zertifikate ermöglichen es, den Klimaschutzeffekt von Waldumbauprojekten in Form von handelbaren Einheiten zu monetarisieren. Unternehmen und Organisationen können solche Zertifikate erwerben, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei profitieren alle Beteiligten:

  • Waldprojekte erhalten Finanzierung, um große Flächen umzubauen und klimaresiliente Mischwälder zu schaffen.
  • Unternehmen erreichen ihre Klimaziele, indem sie durch den Erwerb von Zertifikaten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
  • Die Gesellschaft profitiert langfristig, da Wälder nicht nur CO₂ binden, sondern auch Wasserressourcen schützen, Biodiversität fördern und Erholungsräume schaffen.

Partnerschaften spielen auf diesem Weg eine entscheidende Rolle. Mit Skyseed zusammen macht Pina Earth Waldumbau skalierbar.

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Leos Paul Bloch

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